Lettering-Workshops Teil 3: Vorlagen, Stifte und Bücher

Der Rahmen deines Lettering-Workshops steht jetzt fest: Du weißt, wem du was vermitteln möchtest, hast einen Raum gefunden und einen Termin festgelegt. Jetzt geht darum, die Inhalte des Workshops zu planen. Beim Lettercamp in Bremen kam hierzu auch die Frage nach dem Verhältnis von Theorie und Praxis in Lettering-Workshops auf. Da kann ich nur sagen: Es kommt darauf an. In einem Schnupper-Workshop steht das Ausprobieren an erster Stelle, also die Praxis, das Üben. In einer Fortbildung für Designerinnen könnten der Aufbau und die Konstruktion von Buchstaben dagegen ein eigener Schwerpunkt sein. Gut finde ich, dass fast alle Lettering-Bücher mit den Details von Schrift beginnen: Die Autorinnen zeigen und erläutern die verschiedenen Elemente der Buchstaben wie Punze, Scheitel, Stamm und Schweif, erklären Initialen und Ligaturen und gehen auf die unterschiedlichen Wirkungen von Schriften mit und ohne Serifen ein. Das sind wertvolle Informationen für alle, die den Aufbau von Buchstaben verstehen und sich mit der Gestaltung von Letterings befassen möchten. In einem Workshop für Anfängerinnen würde ich die knappe Zeit jedoch lieber fürs praktische Tun nutzen.

Lettering-Alphabet

Übungsbögen mit den Grundstrichen, einem Lettering-Alphabet, Buchstabenkombinationen und Beispielbegriffen sowie Linienblätter und glattes Blankopapier sind die Grundlage für jeden Anfänger-Workhop. Auf der urheberrechtlich sicheren Seite bist du, wenn du diese Linienblätter und Übungsbögen selbst anfertigst. Um dir ein wenig Arbeit zu ersparen, habe ich das Linienblatt für die Schriftgröße des edding-Brushpen, das ich selbst erstellt habe, unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlich: Lettering-Linienblatt CC. Du kannst es herunterladen und als Grundlage für ein Lettering-Alphabet und für deine Workshops verwenden.

Brushlettering-Vorlage mit verschiedenen Buchstaben und einem schwarzen Brushpen. Lettering und Foto: Janne Klöpper

Stifte

Neben den Linienblättern und Übungsbögen brauchen die Workshop-Teilnehmerinnen einen oder mehrere passende Brushpen. Für Anfängerinnen finde ich den edding brushpen 1340 gut geeignet, da dessen Pinselspitze relativ fest und stabil ist: Sie nimmt stärkeres Aufdrücken nicht übel und franst nicht so schnell aus. Aber auch die Brushpen von Lyra oder Tombow sind gut für den Anfang. Zum Ausprobieren habe ich in den Workshops zudem immer Stifte mit einer größeren Pinselspitze (etwa die Ecoline von Royal Talens oder die Water Colour Marker von Winsor & Newton) und solche mit einer kleineren Pinselspitze (etwa den Pentel Sign Pen oder die PITT artist pen von Faber-Castell) dabei.

Verschiedene bunte Pinselstifte für Brush Lettering stehen aufrecht in Dosen. Foto: Janne Klöpper

Reichlich bestückte Test-Tische mit allen gängigen Brushpen in allen Farben, dazu verschiedene Papiere und Notizbücher, Stanzer sowie Aquarellpinsel und -farben sind großartig für Veranstaltungen wie das Lettercamp 2019 in Bremen, bei dem 80 Frauen drei Tage lang gemeinsam gelettert haben. Bei einem Lettering-Workshop für Anfängerinnen reicht hingegen meiner Erfahrung nach auch deutlich weniger Material zum Ausprobieren.

Bücher

Das gleiche gilt für Lettering-Bücher. Gefühlt erscheint derzeit jede Woche ein neues Buch rund um die Kunst der schönen Buchstaben. In meine Workshops nehme ich jedoch nur fünf Bücher zum Anschauen mit:

  • Praxisbuch Brush Lettering von Chris Campe, weil es in meinen Augen das beste Lettering-Lehrbuch ist
  • Handlettering – Das große Buch der Alphabete von Frau Annika & friends, weil es so viele verschiedene Buchstaben-Stile enthält
  • Handlettering – Das große Buch der Schmuckelemente von Frau Annika, weil es einfache Zeichnungen für schöne Schriftbilder bietet
  • Handlettering Watercolor von Sue Hiepler und Yasmin Reddig, weil es zeigt, wie man Letterings mit einfachen Aquarellen aufhübscht
  • Handlettering – Schöne Zeichen setzen von Julia Kerschbaumer, weil es eine enorme Vielfalt von Anwendungsbeispielen für Letterings enthält

Ich habe diese Bücher für meine Workshops ausgewählt, weil sie gut in diese verschiedenen Themen rund ums Lettering einführen und zum Weitermachen anregen. Außerdem gefallen sie mir selbst und ich kann sie wirklich empfehlen.

Ansicht der Buchrücken von 25 verschiedenen Büchern zu Kalligrafie und Lettering. Foto: Janne Klöpper

Parallel zur inhaltlichen Planung musst du deinen Workshop natürlich auch bewerben und die Anmeldungen managen. Darum geht es im nächsten Beitrag am kommenden Freitag.