Lettering-Workshops Teil 4: Preis, Ankündigung und Anmeldung

Bei der Workshop-Planung folgen die einzelnen Schritte nicht streng linear aufeinander. Im Gegenteil: Vieles passiert parallel. Die Punkte dieses vierten Teils haben jedoch eine logische Abfolge: Erst legst du den Preis fest, dann kündigst du den Workshop an und danach startet die Anmeldephase.

Preisgestaltung

Bevor du deinen Lettering-Workshop bekannt machst, musst du wissen, wie hoch die Kursgebühr sein soll. In die Preisgestaltung fließen viele Aspekte ein:

  • Wie viel Stunden dauert der Workshop?
  • Wie hoch ist die Raummiete?
  • Wie hoch sind die Kosten für das Material? Da zählen nicht nur Stifte und Papier, sondern beispielsweise auch die Kosten für den Ausdruck des Lettering-Alphabets oder für Bücher, die du extra für die Workshops als Anschauungsmaterial kaufst.
  • Wie viel Geld wirst du ungefähr für Getränke, Kuchen, Snacks oder Knabberzeug ausgeben?
  • Machst du den Workshop bei dir vor Ort oder hast du selbst Fahrtkosten (und gegebenenfalls Übernachtungskosten)?
  • Ist das, was du mit den Lettering-Workshops verdienst, ein gelegentliches zusätzliches Einkommen neben deinem festen Gehalt oder bist du selbstständig und versteuerst die Einnahmen (von den Ausgaben für Krankenversicherung, Altersvorsorge und Berufshaftpflichtversicherung mal ganz abgesehen)?
  • Wenn du selbstständig bist: Führst du Umsatzsteuer an das Finanzamt ab?
  • Ist dein Lettering-Workshop für deine Teilnehmerinnen der Einstieg in ein neues Hobby oder bietest du eine Fortbildung für Berufskolleginnen an, die die Kosten von der Steuer absetzen können?
  • Was nehmen andere Anbieterinnnen für ähnliche Lettering-Workshops?
  • Wie hoch ist die Kursgebühr bei anderen Kreativ-Workshops in deiner Nähe?

Alle diese Aspekte bilden die Grundlage für die Kalkulation der Teilnahmegebühr. Ich habe ebenfalls gute Erfahrungen damit gemacht, Kolleginnen und Freundinnen zu fragen, wie viel sie selbst für einen solchen Workshop ausgeben würden. Auch deren Anworten können ein Anhaltspunkt sein.

Ankündigung für einen Lettering-Workshop an einem Laternenpfahl. Foto, Lettering und Fotomontage: Janne Klöpper

Ankündigung

Instagram und andere soziale Medien sind immer ein guter Weg, um einen Lettering-Workshop anzukündigen. Wenn du Berufskolleginnen ansprechen willst, kennst du die entsprechenden (virtuellen) Netzwerke, über die du sie gezielt erreichst. Es gibt aber auch nach wie vor analoge Möglichkeiten, um für deinen Workshop zu werben:

  • Du kannst in den Schreibwaren- und Bastelläden vor Ort Handzettel auslegen und einen Aushang machen.
  • Den Aushang kannst du auch an anderen Orten anbringen, wo du deine Zielgruppe vermutest: in der Stadtbibliothek, im Bioladen, im Café, im Supermarkt oder beim Bäcker.
  • Du kannst bei der Lokalzeitung fragen, ob sie deinen Workshop ankündigen – entweder im Veranstaltungsteil oder im redaktionellen Teil.
  • Auch die kostenlosen Wochenblätter haben einen kleinen redaktionellen Teil, in dem sie über Lokales berichten. Fragen kostet nichts.

Anmeldung

Wenn du Aushänge gemacht und Handzettel verteilt hast, kannst die Anmeldungen zu deinem Workshop telefonisch entgegennehmen und die Namen auf einem Zettel notieren. Die Kursgebühr zahlen die Teilnehmerinnen beim Workshop in bar. Quittungen stellst du per Hand aus. Dafür hast du dir extra einen Quittungsblock mit Durchschlag gekauft. Das klingt sehr altmodisch, aber es geht und hat einen großen Vorteil: Du speicherst keine persönlichen Daten in deinem Computer. Ich vermute allerdings, dass du einen anderen Weg wählst: Ankündigung über soziale Medien oder dein Blog, Anmeldung per E-Mail und Überweisung der Teilnahmegebühr auf dein Konto. Und zack – speicherst du persönliche Daten, und wenn es nur der Name und die E-Mail-Adresse ist. Spätestens jetzt wird die Europäische Datenschutz-Grundverordnung – abgekürzt DSGVO – für dich interessant. Sie regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten und ist seit dem 25. Mai 2018 unmittelbar geltendes Recht in der gesamten Europäischen Union. Inwieweit die Vorschriften der DSGVO für dich gelten, kann ich nicht sagen, weil ich deine individuelle Situation nicht kenne. Zudem bin ich weder Datenschutzexpertin noch Juristin. Ich kann dich nur ermuntern, dich um diese Frage selbst zu kümmern und dich zu informieren. Datenschutz schützt konkrete Menschen (und nicht abstrakte Daten, wie der Begriff suggeriert) und ist damit nach meiner Überzeugung ein relevantes Thema.

Jetzt sind die Planungen für deinen Lettering-Workshop weitgehend abgeschlossen. Im fünften und letzten Teil meiner Blog-Reihe zum Thema „Lettering-Workshops geben“ geht es nächste Woche um kurzfristige Absagen, Lampenfieber und den Einstieg in einen guten Workshop.