Lettering-Workshops Teil 5: Zusagen und Absagen, Lampenfieber und Einstieg

Langsam wird es ernst: Du hast deinen Lettering-Workshop angekündigt, die ersten Zusagen trudeln ein und deine Aufregung steigt: Werden alle, die zugesagt haben, auch kommen? Wie stark wird mein Lampenfieber sein? Und wie fange ich überhaupt an? Darum geht es im letzten Beitrag dieser Blogreihe.

Zusagen und Absagen

Wenn sich die potenziellen Teilnehmerinnen per Mail anmelden, wissen sie häufig nicht, ob es noch einen freien Platz im Workshop gibt. Deshalb brauchen sie eine Bestätigung – oder gegebenenfalls eine Mitteilung, dass sie auf der Warteliste stehen. In der Bestätigungsmail sollte auch stehen, wie du die Zahlung des Teilnahmebeitrags geregelt hast und welche Konditionen für einen Rücktritt gelten. Eine Möglichkeit ist, einen Platz nur dann verbindlich zu vergeben, wenn der Teilnahmebeitrag vorab überwiesen wird. Natürlich kann jeder Teilnehmerin etwas dazwischenkommen, so dass sie ihre Teilnahme absagen muss. Deshalb ist es für beide Seiten wichtig, auch dafür eine klare Regelung zu haben. Die Teilnehmerinnen müssen wissen,

  • bis wann sie absagen können, um die Teilnahmegebühr komplett oder zum Teil erstattet zu bekommen
  • wie es ist, wenn sie am Tag vorher oder am gleichen Tag kurzfristig absagen müssen
  • ob sie eine Ersatz-Teilnehmerin benennen können.

Diese Konditionen, die du selbst festlegen musst, schaffen sowohl für deine Teilnehmerinnen als auch für dich Planungssicherheit. Ganz kurzfristige Absagen, etwa wegen einer plötzlichen Erkrankung, können immer vorkommen. Allerdings kann das Kostenrisiko dafür nach meiner Auffassung nicht bei dir liegen. Häufig kannst du den Platz so kurzfristig nämlich nicht anderweitig besetzen. Noch ein Tipp: Selbst wenn du die Konditionen auf deiner Website stehen hast, schreib sie unbedingt auch in die Bestätigungsmail. Das erhöht die Chance, dass deine Teilnehmerinnen sie wirklich lesen.

Lampenfieber

Obwohl ich seit vielen Jahren Workshops gebe, bin ich jedesmal ein wenig aufgeregt, wenn ich vor einer neuen Gruppe stehe. Und das ist auch gut so: Der Adrenalinschub hilft mir, mich zu fokussieren und wirklich präsent zu sein. Es ist völlig in Ordnung, zu Beginn eines Workshops nervös zu sein. Niemand nimmt dir das übel, im Gegenteil: Viele deiner Teilnehmerinnen werden das selbst kennen oder zumindest nachvollziehen können, wie es dir geht. Und vielleicht sind sie sogar froh, wenn sie merken, dass es dir genauso geht wie ihnen. Mir hilft in solchen Momenten, mit beiden Füßen fest auf dem Boden zu stehen, meinen Körper wie beim Yoga aufzurichten und ein paar Mal tief durchzuatmen. Das kannst du machen, während die Teilnehmerinnen noch auf ihren Stühlen herumrutschen, in ihren Taschen kramen oder sich etwas zu trinken einschenken. Nach außen wirkst du in einem solchen Moment ruhig, auch wenn du innerlich ein bisschen flatterst.

Einstieg in den Workshop

Was ich eben geschrieben habe – einen Moment ruhig vor der Gruppe stehen und einfach nur atmen –, ist für mich der beste Einstieg in einen Workshop. In diesem Moment nehme ich die Rolle der Dozentin voll und ganz an für mich. Ein weiterer Effekt ist, dass es in der Gruppe ruhiger wird und sich die Aufmerksamkeit nach und nach auf mich richtet. Nur wenn ich merke, dass die Teilnehmerinnen gar nicht aufhören, miteinander zu reden, interveniere ich und bitte um ihre Aufmerksamkeit. Erst wenn ich diese voll und ganz habe, fange ich an – aus einem ganz einfachen Grund: Ich möchte, dass alle von Anfang an konzentriert bei der Sache sind. Nur so entsteht eine gute Lernatmosphäre. Der konkrete Einstieg in den Workshop geschieht dann über eine kurze Vorstellungsrunde: Wie heißt du und hast du bereits Erfahrung mit Lettering oder Kalligrafie? Oder auch: Wann hast du das letzte Mal etwas mit der Hand geschrieben und was war das? Interesant finde ich immer wieder das Spektrum der Anworten, das von „Ich mache schon lange Kalligrafie mit der Bandzugfeder“ bis zu „Ich schreibe gar nichts mehr mit der Hand und möchte das gerne wieder machen“ reicht. Ein weiterer wichtiger Punkt für den Einstieg ist es, das Ziel des Workshops noch einmal zu benennen und den Ablauf des Workshops zu erläutern. Damit klärst du den Rahmen und deine Teilnehmerinnen wissen, was sie erwarten können – und was nicht.

So, das war’s. Zum weiteren Ablauf kann ich nichts schreiben. Jeder Lettering-Workshop ist anders. Es gibt so viele Faktoren, die den Ablauf beeinflussen – manchmal ist es sogar das Wetter. Wer im letzten Sommer bei 35° C im Schatten arbeiten musste, weiß, was ich meine.

Nur noch ein Tipp zum Schluss: Kauf Blumen! Damit wertest du jeden Raum auf und erfreust die Teilnehmerinnen. Aber eigentlich sind die Blumen für dich: Sie sind deine Belohnung für einen tollen Workshop. Denn die hast du dir verdient!

Bunte Tulpen in einer Vase im Gegenlicht. Foto: Janne Klöpper