Handlettering Watercolor: Eine Schatzkiste voller Ideen

Für alle, die schon etwas Erfahrung mit Lettering haben, bietet das Buch „Handlettering Watercolor“ von Sue Hiepler und Yasmin Reddig eine Erweiterung ihres Repertoires. Die beiden Kommunikationsdesignerinnen zeigen anhand von zehn Projekten, wie sich Aquarellmalerei und Lettering kombinieren lassen, um Geburtstagsgrüße, Danke-schön-Karten oder Wandschmuck zu gestalten.

Titel des Buchs Handlettering Watercolor von Sue Hiepler und Yasmin Reddig. Frechverlag 2017. Foto: Janne Klöpper

Materialien

Im ersten Kapitel gehen die Autorinnen ausführlich auf die notwendigen Materialien ein. Sie erläutern, welche Papiere und Farben, Pinsel und Stifte sich wofür eignen. Zudem geben sie eine kurze Einführung in Lettering-Techniken mit Fineliner, Brushpen und Pinsel und zeigen einige Grundlagen des Aquarellierens, etwa Lavieren und Lasieren.

Projekte

Der größte Teil des Buchs ist den zehn Projekten gewidmet. Dabei beschreiben Sue Hiepler und Yasmin Reddig Schritt für Schritt, wie Watercolor-Lettering-Kunstwerke entstehen. Angereichert sind diese Anleitungen mit vielen Tipps und Tricks, etwa zum richtigen Vorgehen beim Skizzieren mit Bleistift, zur Wirkung von verschiedenen Schriftarten oder zum Verhalten von Wasserfarben. Meinen Lieblingstipp habe ich auf Seite 45 entdeckt: Viele der vorgestellten Projekte sind mit Blumenmustern illustriert. Die Autorinnen raten deshalb, zur Inspiration mal in die alten Biologiebücher aus der Schulzeit zu schauen. Die habe ich zum Glück auch aufgehoben – und ich war erstaunt, wie viele Anregungen ich dort gefunden habe.

Varianten

Das dritte Kapitel schließlich ist ein kreativer Fundus: Hier gibt es jede Menge Varianten zu den floralen Elementen der vorgestellten Projekte, Übungsblätter für das Brushlettering-Alphabet sowie verschiedene Schriftarten für Handlettering.

Den kleine Reise-Aquarellkasten auf dem Foto heißt übrigens MagiCo. Ihr könnt ihn mit euren Lieblingsfarben befüllen und mit einem Magneten am Skizzenbuch befestigen.

Seiten 88 und 89 des Buchs Handlettering Watercolor von Sue Hiepler und Yasmin Reddig. Frechverlag 2017. Foto: Janne Klöpper

Videos

Richtig rund wird das Buch durch fünf Videos, in denen Sue Hiepler und Yasmin Reddig nochmal Schritt für Schritt einzelne Techniken aus den vorgestellten Projekten zeigen. Der Freischaltcode für die Videos befindet sich auf der letzten Buchseite.

Liebevolle Gestaltung

Das ganze Buch ist sehr liebevoll gestaltet. So illustrieren die Autorinnen zum Beispiel die einzelnen Abschnitte mit Zeichnungen der jeweils verwendeten Stifte, Pinsel, Radiergummis, Tuschen und Aquarellkästen. Die vielen Tipps sind ebenso wie die Seitenzahlen mit farbigen Hintergründen in Aquarelltechnik hervorgehoben.

Seiten 60 und 61 des Buchs Handlettering Watercolor von Sue Hiepler und Yasmin Reddig. Frechverlag 2017. Foto: Janne Klöpper

Schönheitsfehler

Das Buch könnte richtig toll sein – wären da nicht die vielen Fehler im Text. Es wirkt, als hätte niemand eine Schlusskorrektur vor Drucklegung vorgenommen, um etwa Worttrennungen an der falschen Stelle, fehlende Kopplungen, falsche Angaben zu Seitenzahlen bei Verweisen oder Rechtschreibfehler zu korrigieren. Besonders ärgerlich ist letzteres bei bekannten Markennamen wie Faber-Castell. Ich hoffe, dass die Korrekturen in der zweiten Auflage nachgeholt werden.

Fakten zum Buch

Sue Hiepler und Yasmin Reddig: Handlettering Watercolor
Schön schreiben und mit Aquarellfarben illustrieren
Gebunden, 112 Seiten
EUR 16,99 (D), EUR 17,50 (A)
frechverlag GmbH 2017
ISBN: 978-3-7724-8318-9

Link zum Buch

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Woche 42: Karoline, die Kuh aus Dänemark

In dem Buch Sketchnotes & Graphic Recording von Anja Weiss ist eine der vielen Übungen, eine Kuh zu zeichnen. Also habe ich eine Kuh gezeichnet. Allerdings nicht aus dem Kopf, sondern nach einem Foto, von dem es glücklicherweise viele im Netz gibt: Karoline, die Kuh aus Dänemark. Sie hat meine Kindheit begleitet. Und so sieht sie aus:

Buntstift-Zeichnung der Kuh Karoline, Werbefigur der Molkerei Arla in den sechziger Jahren. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Karoline war in den sechziger Jahren eine Werbefigur der dänischen Molkerei Arla. Die Kuh gab es als Bastelbogen. Sie konnte zusammengesteckt und aufgestellt werden. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Kopf beweglich. Ich habe die Blume in ihrem Maul besonders geliebt. Und die freundlichen Augen. Und das Karomuster. Karoline war einfach klasse. By the way: Das Buch von Anja Weiss ist auch klasse. Ich kann es sehr empfehlen!

Meine Karoline habe ich mit einem weichen Bleistift von Faber-Castell vorgezeichnet. Dabei hat mir geholfen, zunächst zwei Rechtecke zu skizzieren: eins für den Kopf und eins für den Körper. Dadurch habe ich ein Gefühl für die Proportionen bekommen und einen Rahmen, den dem ich mich orientieren konnte. Die Konturen habe ich mit dem Staedler pigment liner in der Stärke 0.8 nachgezogen; der Buntstift ist von Koh-I-Noor.

Woche 27: Sommerfrische

Bisher habe ich mit verschiedenen Pinseln oder Pinselstiften auf Papier gelettert. Seitdem ich den Instagram-Account ipadlettering von Karin entdeckt habe, probiere ich Lettering auf dem iPad aus. Und so sieht das dann aus:

Lettering Sommerfrische. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Auf ihrer Website www.ipadlettering.com kann man die von ihr programmierten Pinsel für die App Procreate herunterladen. Dort gibt es auch verschiedene Tutorials zu Procreate und insbesondere zum Lettering. Und auf Instagram stellt Karin jede Menge Videos mit Beispielen ein, die zum Nachmachen einladen.

Für die Blumen gibt es bei Procreate übrigens auch einen Pinsel. Ihr findet ihn unter dem Begriff Retro.

Woche 19: Flieder

Die Zeit der Fliederblüte ist für mich der Übergang zwischen Frühling und Sommer. Frühsommer eben. Zum Flieder habe ich eine ganz besondere Beziehung, nicht nur wegen seines Duftes, den ich sehr liebe.

Flieder, Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Deshalb habe ich auch dieses Motiv ausgewählt, um ein neues Zeichenprogramm auf dem iPad auszuprobieren: die Art Set Pro Edition. Ich habe das Programm über meine Netzwerk-Kollegin Susanne Taggruber kennengelernt, deren Zeichnungen ich sehr mag.

Für die Fliederdolde habe ich Artists‘ Oil Pastel in der Farbe Purple genommen, den Stiel habe ich in Burnt Sienna, die Blätter in Spa Green und Green gezeichnet. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt von dem Programm, das es für 6,99 Euro im iTunes-App-Store gibt. Das ist also nicht die letzte Illustration in dieser Art in meinem Zeichenprojekt!

Woche 13: April 1966

Vor 50 Jahren, im April 1966, wurde ich eingeschult. Eines der ersten Bilder, die ich in der Schule gemalt habe, haben meine Eltern für mich aufgehoben.

Kinderzeichnung Haus, Garten, Blumen, Baum, Vögel. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Ich vermute mal, dass es eine Überraschung zum Muttertag war, denn auf der zweiten Seite der Klappkarte steht

Rückseite einer Kinderzeichnung mit Schriftzug Mutti ist lieb. Schrift und Foto: Janne Klöpper

Leider existieren nur noch ganz wenige von den Bildern, die ich als Kind gemalt habe. Deshalb ist jedes einzelne so wertvoll für mich. Und anlässlich meiner goldenen Einschulung (klingt absurd, ist aber so) soll dieses Werk nun auch in meinem Zeichenprojekt verewigt werden.

Woche 7: Tulpen

Am Ende des Winters ist meine Sehnsucht nach Farben immer am größten. Deshalb gibt es diese Woche Tulpen – auf meinem Arbeitstisch und im Zeichenprojekt.

Rote Tulpen mit dem Programm paper auf dem IPad gezeichnet, Zeichnung: Janne Klöpper

Gezeichnet habe ich auf dem iPad mit Paper von FiftyThree. Das ist ein feines minimalistisches Zeichenprogramm: Feder, Buntstift, Filzstift, Fineliner, Pinsel, dazu ein paar Farben, die sich untereinander mischen lassen. Und einen Radiergummi gibt es auch. Ich habe noch die erste Version von 2011, die mir zum Üben völlig ausreicht. Da das iPad meine Finger oft nicht erkennt (vermutlich, weil meine Haut zu trocken ist), zeichne ich mit einem Touchpen.