Praxisbuch Brush Lettering: Ein rundum gelungenes Lehrbuch

Das „Praxisbuch Brush Lettering“ der Kommunikationsdesignerin Chris Campe ist das lang ersehnte Lehrbuch für alle, die Handlettering mit dem Brushpen systematisch lernen oder ihr Können weiterentwickeln wollen. In vier Teilen zeigt die Autorin den Prozess von den ersten Strichstärkenübungen bis hin zum fertigen Lettering.

Chris Campe, Praxisbuch Brush Lettering, Titelseite. mitp-Verlag 2018. Foto: mitp-Verlag

Foto Cover: mitp-Verlag 2018

Ideal für Anfängerinnen

Die beiden ersten Teile „Vorbereiten“ und „Anfangen“ richten sich an Anfängerinnen und Anfänger. Hier geht es um Stifte, Pinsel und Papier, die richtige Hand- und Stifthaltung sowie die Einrichtung eines Arbeitsplatzes, der Lust auf das Üben macht. Zudem erläutert die Autorin anschaulich die wesentlichen Fachbegriffe des Brush Letterings: Auf- und Abstriche, Strichstärkenkontrast oder auch die Anmutung einer Schrift. Nebenbei vermittelt sie kurz und knackig typografisches und gestalterisches Grundlagenwissen, etwa zur Anatomie der Buchstaben oder Proportionen.

Üben, üben, üben

Jedes Brush Lettering beginnt mit Aufwärmübungen, um ein Gefühl für Werkzeug, Bewegung und Rhythmik zu bekommen. Deshalb stehen diese Übungen auch am Beginn des Kapitels „Anfangen“. Hier geht es um Auf- und Abstriche mit variierendem Druck, Schlaufen und Schlangenlinien. Danach widmet sich die Autorin auf mehr als 40 Seiten ausführlich den Grundstrichen des Brush Letterings, den einzelnen Buchstaben und Ziffern sowie den Verbindungen der Buchstaben zu Wörtern.

Chris Campe, Praxisbuch Brush Lettering, Seite 71 und 72. mitp-Verlag 2018. Foto: Janne Klöpper

Schließlich verrät Chris Campe ihre Tipps und Tricks, um zu einem harmonischen Schriftbild zu kommen. Aber ohne Üben geht es nicht! Um das zu erleichtern, gibt es 42 Übungsblätter mit Grundlinienrastern, Aufwärmübungen und Buchstaben, die über die Seite des mitp-Verlags heruntergeladen werden können.

Interessant für Fortgeschrittene

Im dritten Teil des Praxisbuchs steht das „Vertiefen“ im Mittelpunkt. Spätestens hier wird das Buch auch für Fortgeschrittene richtig interessant. Die Autorin erklärt ausführlich, wie Buchstabenform und Zeichenstil variiert werden können, um die Anmutung einer Schrift zu verändern und ihr dadurch einen zum Inhalt passenden Ausdruck zu verleihen. Dabei belässt Chris Campe es auch hier nicht bei theoretischen Ausführungen, sondern zeigt anhand von Beispielen, wie Variationen im Schriftbild tatsächlich aussehen.

Chris Campe, Praxisbuch Brush Lettering, Seite 112 und 113. mitp-Verlag 2018. Foto: Janne Klöpper

Dieses Kapitel enthält auch eine Reihe von Beispiel-Alphabeten mit ganz unterschiedlichen Anmutungen. Bei allen Varianten erklärt die Autorin, wie diese zustande kommen – etwa durch Schwünge, gebrochene Rundungen oder Serifen. Zudem gibt sie Tipps, wie häufige Fehler vermieden werden können.

Bunt und rund

Abgerundet wird der dritte Teil durch die Themen Effekte und Farbe, Schnörkel und Bildelemente. Dabei wird deutlich, dass es dabei um mehr geht als hübsche Zugaben: Schattenlinien und dekorative Elemente lassen sich ebenso wie farbige Schriften nutzen, um Schriftbilder zu strukturieren oder um Wortbedeutungen zu visualisieren.

Chris Campe, Praxisbuch Brush Lettering, Seite 154 und 155. mitp-Verlag 2018. Foto: Janne Klöpper

Vom Buchstaben zum Layout

Natürlich macht es Spaß, einzelne Wörter oder Zeilen in schönen Buchstaben zu schreiben. Zu einem gelungenen Lettering gehört aber mehr. Folgerichtig widmet sich Chris Campe im vierten Teil des Praxisbuchs unter der Überschrift „Anwenden“ der Komposition und dem Layout von Wortbildern. Von der Idee über die Skizze zur Reinzeichnung erläutert sie Schritt für Schritt den Entwurfsprozess. Dabei vermittelt sie gestalterische Grundlagen, etwa zu Format, Flächenaufteilung und Anordnung ebenso wie Kriterien für die Auswahl der passenden Schriftart.

Chris Campe, Praxisbuch Brush Lettering, Seite 192. mitp-Verlag 2018. Foto: Janne Klöpper

Schließlich ermuntert die Autorin dazu, sich ausführlich mit dem zu gestaltenden Text zu beschäftigen und Fragen zu stellen: Was ist der Zweck des Letterings? Für wen mache ich es? Und welche Stimmung möchte ich vermitteln? Darüber hinaus zeigt sie anhand eines Beispiels ausführlich, wie verschiedene Layouts wirken und wie sich die Anmutung eines Letterings durch die Gestaltung verändert.

Konstruktive Selbstkritik üben

Und zu noch etwas ermuntert Chris Campe, nicht nur in diesem Kapitel: zur konstruktiven Selbstkritik. In Bezug auf Komposition und Layout gibt sie Tipps, wie man die Schwächen eines Entwurfs erkennt und korrigiert, wie die Überarbeitung gelingt und die Reinzeichnung entsteht.

Was mir besonders gut gefällt

  • Das „Praxisbuch Brush Lettering“ ist mit den vier Kapiteln „Vorbereiten“, „Anfangen“, „Vertiefen“ und „Anwenden“ klug aufgebaut. Anfängerinnen bietet es eine stringente Einführung in die Grundlagen des Brush Letterings und den Aufbau der einzelnen Buchstaben. Letzteres finde ich besonders hilfreich: Es macht deutlich, dass niemand alle Klein- und Großbuchstaben neu lernen muss, sondern dass sich alle Buchstaben aus wenigen Elementen zusammensetzen, die sich leicht einüben lassen. Das baut die Hürden ab, die manche beim Anblick eines schönen Brush Letterings empfinden.
  • Fortgeschrittene lernen durch das Buch, wie sich Schriften variieren lassen, wie Effekte und Farbe als Gestaltungselemente genutzt werden können und warum Schnörkel mehr als Spielerei sind. Die Ausführungen zum Entwurfsprozess vermitteln das richtige Rüstzeug und ermuntern dazu, eigene Ideen zu entwickeln anstatt – wie bei den meisten anderen Lettering-Büchern – Vorlagen lediglich abzukupfern und nachzumalen.
  • Erwähnen möchte ich hier auch die etwa 150 „guten Wörter“ am Ende des Kapitels „Anfangen“: Sie laden nicht nur ein, Großbuchstaben zu üben.  Diese schönen Wörter wie Augenweide, Budenzauber, Fidibus, Galaxie, Jubeljahre, Luftikus, Puderquaste, Sektlaune oder Zottelbär sind auch eine Fundgrube für Fortgeschrittene, die Lust haben auf die Gestaltung von Wortbildern.
  • Gefreut hat mich auch, dass Chris Campe am Ende des Praxisbuchs einige andere Letterinnen vorstellt, die mit ihren besonderen Ideen die Vielfalt der Szene zeigen, etwa Annika Sauerborn (Frau Annika), Sandra Mesas (Frau Mesas) oder Julia Bausenhardt.

Fazit

Das „Praxisbuch Brush Lettering“ ist ein schön gestaltetes, sehr klares und unaufgeregtes, im besten Sinne des Wortes schnörkelloses Lehrbuch. Die Autorin konzentriert sich auf das Wesentliche: die Vermittlung der Grundlagen und des notwendigen Wissens, um den eigenen Stil zu erkennen und weiterzuentwickeln.
Die einzelnen Kapitel sind klug aufgebaute, in sich abgeschlossene Lerneinheiten. Man merkt, dass viele Erkenntnisse aus den Workshops, die Chris Campe seit Jahren anbietet, eingeflossen sind.
Die 42 Übungsblätter ordnen die einzelnen Buchstaben nicht alphabetisch, sondern zu Grundstrich-Gruppen, was das Üben wesentlich erleichtert.
Ich kann das Praxisbuch allen Anfängerinnen empfehlen, die Brush Lettering richtig lernen wollen. Ich möchte es aber auch den Fortgeschrittenen ans Herz legen, die ihr Repertoire erweitern wollen oder die sich auf den Weg vom schön geschriebenen Wort zum schön gestalteten Lettering begeben möchten.

Ich danke dem mitp-Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar dieses Buchs zur Verfügung gestellt hat.

Fakten zum Buch

Chris Campe: Handlettering mit dem Brushpen. Schritt für Schritt von den Grundlagen zum eigenen Stil
Broschiert, 224 Seiten
EUR 27,00
mitp-Verlag 2918
ISBN: 978-3-95845-730-0

Link zum Buch

 

Osterkarten lettern

Eigentlich wollte ich nur ein paar Karten mit Ostergrüßen belettern. Aber dann habe ich in dem kleinen Schreibwarenladen an der Ecke gestöbert und Dekotape, Knautschpapier und Federn gefunden. Also haben mein Mann und ich abends doch was gebastelt. Voilá: Hier sind unsere diesjährigen Osterkarten!

Sechs selbstgebastelte Osterkarten mit Stiften und Schere auf einem Tisch. Foto: Janne Klöpper

Die Idee mit den Hasenohren auf der Wiese hatte ich, als ich das hellbraune Knautschpapier und daneben das Frühlingswiesen-Dekotape gesehen habe. Die Ohren haben wir nur unten mit doppelseitigem Fotokleber befestigt. So stehen die Ohrenspitzen etwas ab und wirken dadurch räumlicher.

Selbstgebastelte Osterkarte mit Hasenohren und dem Schriftzug Frohe Ostern als Lettering. Gestaltung und Foto: Janne Klöpper

Die Feder ist mit einem weißen Faden und nur einem einzigen Stich befestigt. Faden auf der Rückseite verknoten und dabei etwas Spiel lassen. So kann sich die Feder noch bewegen.

Selbstgebastelte Osterkarte mit einer Feder und dem Schriftzug Frohe Ostern als Lettering. Gestaltung und Foto: Janne Klöpper

Die gelben Letterings habe ich mit einem Brushpen von Lyra gemacht, das grüne Lettering mit einem Brushpen von Tombow. Beide Stifte haben sowohl eine Pinselspitze als auch eine Filzspitze. Die Pinselspitze der Lyra-Stifte ist etwas fester und damit besser geeignet für alle, die erst mit dem Brush Lettering anfangen.

Und jetzt: Frohe Ostern, ihr Hasen ❤

Buntes Blech

Stifte habe ich schon immer gemocht. Wachsmalkreide und Buntstifte, Filzschreiber und Bleistifte, Füller und Tintenroller gehören einfach zu meinem Leben dazu. Genauso wie die verschiedenen Behältnisse, in denen ich Stifte aufbewahre. In diesen beiden Blechschachteln liegen noch Reste der Wachsmalstifte aus meiner Schulzeit. Ich kann mich einfach nicht davon trennen.

Zwei alte Blechschachteln für Wachsmalstifte von Staedler und Pelikan. Foto: Janne Klöpper

Buntes Blech für Stifte mag ich bis heute: Als ich vor gut zwei Jahren mit dem Lettering angefangen habe und damit viele neue Stifte auf meinem Schreibtisch Platz finden sollten, habe ich gezielt nach schönen Konservendosen gesucht – solchen mit Aufdruck. Darin stehen nun die Brushpen, die sowohl eine Pinselspitze als auch eine Filzspitze haben.

Konservendosen und Keksdose als Aufbewahrung für Stifte. Foto: Janne Klöpper

Die Brushpen, die nur eine Pinselspitze haben, bewahre ich lieber liegend auf. Dafür eignen sich Keksdosen besonders gut. Diese blaue Dose riecht übrigens immer noch ein bisschen nach Lebkuchen.

Brush Lettering: Drei goldene Regeln für Stifte und Papier

Es gibt mittlerweile mehr als ein Dutzend unterschiedliche Pinselstifte für Brush Lettering: dicke und dünne, günstige und teure, Markenprodukte und No-name-Artikel. Ebenso werben verschiedene Hersteller mit speziellem Lettering-Papier. In den letzten zwei Jahren habe ich fast alle Brush Pen ausprobiert und auf verschiedenen Papieren gelettert. Mit manchen Stiften bin ich besser zurecht gekommen, mit manchen schlechter, und auch das eine Papier fand ich angenehmer als das andere. Da die Vorlieben für Material jedoch sehr individuell sind, gebe ich in meinen Workshops keine konkreten Empfehlungen zu den verschiedenen Produkten. Stattdessen vermittele ich meine drei goldenen Regeln zu Papier und Stiften.

Erste Regel: Die Größe der Pinselspitze bestimmt die Größe des Letterings

Je feiner die Pinselspitze ist, desto kleiner können die gezeichneten Buchstaben sein. Umgekehrt gilt dasselbe: Für ein großes Lettering brauchst du einen Stift mit einer dicken Pinselspitze.

Das Wort lettering mit sechs Pinselstiften in unterschiedlichen Größen geschrieben. Lettering und Foto: Janne Klöpper

Das kleinste Lettering habe ich mit dem Fudenosuke mit harter Pinselspitze (WS-BH 150) von Tombow gemacht; es ist acht Millimeter hoch und 42 Millimeter breit. Danach folgen Letterings mit dem Pentel touch (10 mm/52 mm), dem PITT artist pen von Faber-Castell (15 mm/70 mm), dem Tombow ABT Dual Brush Pen (24 mm/110 mm), dem Ecoline Brush Pen von Royal Talens (33 mm/132 mm) sowie dem Art Marker von neuland (47 mm/168 mm). Mit einem solchen Testblatt kannst du am besten den passenden Stift für dein Lettering auswählen.

Zweite Regel: Papier und Stift müssen zueinander passen

Die synthetischen Pinselspitzen der Brush Pen sind empfindlich. Sie gleiten am besten über ganz glattes Papier und behalten dann ihre Form. Auf rauem Papier fransen sie schnell aus. Wie die Spitze eines Tombow ABT Dual Brush Pen aussieht, nachdem ich damit auf Aquarellpapier gelettert hatte, konnte ich beim Blick durch mein Mikroskop sehen:

Spitze eines Tombow ABT Dual Brush Pen durch ein Mikroskop betrachtet. Foto: Janne Klöpper

Gut zu erkennen ist die ausgefranste Spitze, mit der sich keine feinen Aufstriche mehr machen lassen.

Damit diese feinen Aufstriche auch fein werden und gut aussehen und die Pinselspitzen lange ihre Form behalten, müssen Papier und Stifte zusammenpassen. Für synthetische Pinselspitzen eignen sich glatte Papiere, etwa von Rhodia, Clairefontaine oder Hahnemühle, besonders gut.

Vier Pinselstifte auf einem Block von Rhodia. Foto: Janne Klöpper

Wie glatt ein Papier tatsächlich ist, kannst du fühlen, wenn du ganz leicht darüber streichst. Kaufe niemals Papier für Letterings, ohne es gespürt zu haben! In guten Papierwarenhandlungen kannst du das Papier immer anfassen und häufig sogar darauf zur Probe etwas schreiben.

Aquarellpapier ist immer mehr oder weniger rau. Wenn du eine Aquarellmalerei mit einem Lettering kombinieren möchtest, solltest du deine Brush Pen schonen und die Buchstaben mit einem Pinsel zeichnen. Mit ein bisschen Übung geht das ganz gut.

Lettering mit flüssiger Wasserfarbe auf Aquarellpapier. Lettering und Foto: Janne Klöpper

Aquarellpinsel sind weicher als die synthetischen Pinselspitzen der Brush Pen, deshalb werden die Letterings nicht so präzise. Aber sie haben dadurch auch ihren eigenen Charme.

Dritte Regel: Letterings als Wandschmuck brauchen lichtbeständige Tusche

Wenn du ein Lettering aufhängen möchtest, verwende dafür Stifte mit lichtbeständiger Tusche. Bei den PITT artist pen von Faber-Castell kannst du an den Sternen erkennen, welche Farben lichtbeständig sind:

Drei grüne Pinselstifte von Faber-Castell mit Tusche in unterschiedlicher Lichtbeständigkeit. Foto: Janne Klöpper

Ein Stern bedeutet „bedingte Lichtbeständigkeit“, drei Sterne stehen für „höchste Lichtbeständigkeit“. Das Beispiel zeigt, dass die Lichtbeständigkeit für jeden einzelnen Farbton unterschiedlich sein kann.

Die meisten Hersteller machen auf ihren Websites Angaben zur Lichtbeständigkeit der verwendeten Tusche. So schreibt Tombow etwa in den Produktangaben für den ABT Dual Brush Pen ganz generell: „Lichtechtheit wird nicht garantiert.“ Auch viele Wasserfarben bleichen mit der Zeit aus und verlieren ihre Leuchtkraft.

Wenn du also viel Zeit und Liebe in ein Lettering investierst, das als Wandschmuck lange Freude machen soll, dann spare nicht beim Material.

Lettering "weil du toll bist" und verschiedene farbige Pinselstifte. Lettering und Foto: Janne Klöpper

Gute und lichtbeständige Pinselstifte kosten pro Stück zwischen 2,80 Euro (PITT artist pen) und 3,60 Euro (Winsor & Newton).

 

Sechs aus dreißig

Im Juni habe ich mal wieder bei einer Lettering Challenge von Tanja Cappell aka Frau Hölle mitgemacht. Dabei ging es entlang des Alphabets um dreißig Früchte: von A wie Ananas bis Z wie Zwetschge. Das Schöne an der Challenge war, dass ich einen Monat lang wirklich regelmäßig gelettert und dabei verschiedene Stifte und Stile ausprobiert habe. Alle dreißig Bilder findet ihr auf meinem Instagram-Account. Eine Auswahl – sechs aus dreißig – stelle ich hier vor.

Aprikose mit Artpen

Lettering des Wortes Aprikose mit einem Rotring Artpen. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Der Artpen von Rotring stammt aus dem Stifte-Fundus meines Mannes. Die Feder BB ist kugelig und relativ weich. Die Tinte in der Farbe Sepia ist ebenfalls von Rotring. Die Aprikosen sind vom Wochenmarkt auf dem Lindener Marktplatz.

Blaubeere mit Ecoline

Lettering des Wortes Blaubeere und blåbär mit einem Ecoline Brushpen. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sie sind derzeit meine Lieblingsstifte: die Ecoline Brushpen von Royal Talens. Neben den Stiften gibt es die flüssige Wasserfarbe auch im Glas. Die Farben – hier die No. 508 – sind identisch und lassen sich deshalb gut zusammen für Schrift und Illustration verwenden. Blåbär ist übrigens das schwedische Wort für Blaubeere. Wer im August nach Schweden fährt, sollte unbedingt die wildwachsenden Blaubeeren probieren, die man dort überall in den Wäldern findet.

Dattel mit Procreate

Lettering des Wortes Dattel mit dem Zeichenprogramm Procreate. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Aus Schweden stammt auch das Buch „Nyttoväxter i färg“ (von Tore Linnell, Verlag Almquist & Wiksell, Stockholm 1955). Das Wort Dattel habe ich auf dem iPad mit dem Zeichenprogramm Procreate und einem Brushpen von Myriam geschrieben. Myriam bloggt unter halfapx.com über Kalligrafie und programmiert Pinsel, von denen sie viele als Freebies anbietet. Dieser Pinsel trägt den schönen Namen Walnut.

Himbeere mit Tupfen

Lettering des Wortes Himbeere mit dem Zichenprogramm Procreate. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Den Pinsel für dieses Lettering habe ich in Procreate selbst erstellt. Es ist relativ einfach; eine ausführliche Anleitung hat Myriam von halfapx.com bei Youtube veröffentlicht. Ich wollte die charakteristische Oberfläche der Himbeere darstellen und habe  deshalb einen Tupfen-Pinsel gemacht. Die Größe der Tupfen hängt davon ab, wie stark ich mit dem Pencil von Apple aufdrücke. Es ist also das gleiche Prinzip wie bei jedem digitalen Brushlettering.

Stachelbeere mit Varianten

Lettering des Wortes Stachelbeere in vier Varianten: Rotring Artpen, Faber-Castell Pitt Artist Pen, Ecoline Brushpen. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Stachelbeeren gibt es zwei Farben und hier in vier Varianten: oben wieder der Rotring Artpen in der Stärke BB, in der Mitte zwei verschiedene Stile, die ich mit dem PITT artist pen von Faber-Castell geschrieben habe, und unten wieder ein Brushpen von Ecoline. Seit dem Kalligrafie-Kurs bei Claus Dorsch verwende ich kaum noch reinweißes Papier, sondern lieber Papier in einem gebrochenen Weiß. Dieses ist von Hahnemühle und trägt den schönen Namen Nostalgie. Es ist besonders glatt und eignet sich deshalb gut für Letterings.

Zitrone mit Sonne

Lettering der Worte Zitrone und Limette mit dem Zeichenprogramm Procreate. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Das Foto für dieses Lettering habe ich in dem Workshop Food-Fotografie bei Eva Brandecker und Gabi Fischer-von Weikersthal gemacht, über den ich hier schon berichtet habe. Bei Procreate kann man Fotos importieren und sie als Hintergrund für Zeichnungen und Letterings verwenden.

Sechs Letterings – sechs Stile. Obwohl ich gerne digital auf dem iPad lettere, mag ich das analoge Lettering lieber. Ich habe die vielen verschiedenen Stifte, Pinsel, Farben und Papiere einfach gerne um mich und verwende sie viel aufmerksamer und intensiver. Analog zu zeichnen ist für mich pure Entspannung.

Sketchnotes zu Fotografie und Websites

Über Himmelfahrt durfte ich wieder einmal ein wunderbares Workshop-Wochenende genießen, gemeinsam mit 120 Kolleginnen aus meinem liebsten Netzwerk wortstarker Frauen, dem Texttreff. Wir treffen uns jedes Jahr für vier Tage, um voneinander und miteinander zu lernen, um zu schnattern und zu feiern. Dieses Mal habe ich bei zwei Workshops meine ersten richtigen Sketchnotes gemacht. So viel, wie ich in den letzten zwei Jahren skizziert und gelettert habe, so viele Flipcharts, die ich gestaltet habe: An visuelle Notizen traute ich mich bisher nicht heran. Zuhören und gleichzeitig zeichnen? Nichts für mich. Dachte ich. Und dann ist am Wochenende plötzlich der Knoten geplatzt. Das ist dabei herausgekommen:

Workshop Food-Fotografie

 

Sketchnote vom Workshop Foodfotografie. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Foodfotografie. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Foodfotografie. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Workshop-Leiterinnen waren Eva Brandecker und Gabi Fischer von Weikersthal.

Workshop Konzeption von Websites

 

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Sketchnote vom Workshop Konzeption von Websites. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Dieser Workshop haben von Renate Hermanns und Christa Goede angeboten.

Gezeichnet habe ich mit dem Staedler pigment liner 0.5 sowie den ABT Dual Brush Pen von Tombow. Das Notizbuch mit dem praktischen Punkteraster ist von Leuchtturm1917.

Ein Zeichen für Widerstand

Gestern, am 21. Januar 2017, demonstrierten in Washington D.C. mehr als eine halbe Million Menschen beim Women’s March für Frauen- und Menschenrechte. Auch in vielen anderen Ländern gab es Solidaritätsmärsche und Protestaktionen.  Frauen und Männer, junge und alte Menschen setzten damit ein weltweites, deutliches und Hoffnung gebendes Zeichen gegen die Politik des neuen US-Präsidenten.

Ein sichtbares Zeichen ihres Protestes ist die rosa Mütze, die pussyhat.

Zeichnung einer Pussyhat, einer rosa Mütze, und der Schriftzug Solidarität statt Weltschmerz. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

Gezeichnet habe ich diese pussyhat mit dem pigment liner von Staedler und dem Tombow ABT Dual Brush Pen in pink rose (703) und deep magenta (685) auf einem Blatt des Kalenders „Was wir lieben“ aus dem Verlag Hermann Schmidt.

Dem Weltschmerz, der auch mich nach der Wahl von Trump befallen hat, haben die gestrigen Solidaritätsaktionen etwas Wunderbares entgegengesetzt. Denn eines dürfen wir nie vergessen: die Kraft des Widerstands. Deshalb füge ich hier noch ein Lettering an, das ich vor einigen Tagen mit der App Procreate auf dem iPad erstellt habe:

Lettering And don't forget to be widerborstig. Zeichnung und Foto: Janne Klöpper

That’s it.